Stadt Waren (Mritz) verleiht Ehrenbürgerschaft an Günter Rhein
Mehr als 200 Gäste folgten der Einladung zum Jahresempfang am 9. Januar 2026 im Kurzentrum Waren (Müritz). Nach einem musikalischen Auftakt durch das Warener Blasorchester erlebten die Anwesenden einen ersten Höhepunkt des Abends – die Verleihung der Ehrenbürgerschaft. Zur Würdigung des außergewöhnlichen Engagements von Günter Rhein übergaben Bürgermeister Norbert Möller, der Präsident der Stadtvertretung Toralf Schnur sowie der Minister für Inneres und Bau des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Christian Pegel, der eigens aus Schwerin angereist war, ihm die Urkunde der Ehrenbürgerschaft. Zusätzlich erhielt er eine der letzten Reliefdarstellungen der Stadt Waren (Müritz) des Keramikers Franz Poppe. Bürgermeister Norbert Möller hielt eine Laudation zu Ehren von Günter Rhein, gefolgt von einer bewegenden Videobotschaft von Wegbegleiter des neuen Ehrenbürgers.
Im Folgenden ein Auszug aus den anerkennenden Worten von Bürgermeister Norbert Möller. „„Waren ist schön“ ist eine Feststellung die ich auch teile und die nach wie vor ihre Gültigkeit hat. Wer sich ein wenig in unserer Stadtgeschichte und Kommunalpolitik auskennt kann sich sicherlich vorstellen, warum ich gerade am Anfang meiner Laudatio genau diesen Satz nenne. Er steht unstrittig im Zusammenhang mit dem Wirken und Schaffen des ehemaligen Bürgermeisters unserer Stadt, dem heute zu Ehrenden Günter Rhein. Alleine die Dauer seiner Amtszeit (19 Jahre) zeigt eines deutlich auf. Er muss einiges als Bürgermeister nicht ganz so schlecht bewegt und geschaffen haben, sonst hätten ihn unsere Bürger nicht für solch einen langen Zeitraum immer wieder gewählt.
Mir wäre es ein besonderes Anliegen ihnen liebe Gäste sein Wirken und Schaffen in all seiner Vollständigkeit heute hier nochmals Revue passieren zu lassen. Das würde aber den Rahmen der heutigen Ehrung sprengen. Es ist aber auch aus meiner Sicht gar nicht so sehr erforderlich. G. Rhein hat durch sein Agieren hier als Bürgermeister so viele Spuren hinterlassen, die alle selbst redend für sich sind und zum anderen hat sich sicherlich jeder von ihnen ohnehin schon längst seine Meinung zu unserem heutigen zu Ehrenden gebildet. Die Stadtvertretung unserer Stadt hat sich auch ihre Meinung gebildet. Sie hat sich mit einem einstimmigen Beschluss mehr als deutlich zum Schaffen und Wirken von Günther Rhein bekannt. Das ist nicht alltäglich und somit kannst du, lieber Günther, das schon als einen Ritterschlag unserer Stadtvertretung ansehen.
Wer ist nun der Mensch, der fast 20 Jahre das Amt des Bürgermeisters in unserer Stadt innehatte? Er beantwortete selber einmal Fragen an sich gerichtet in der örtlichen Presse wie folgt: (2012)
Was ist ihre größte Stärke? Willensstärke.
Was ist ihre größte Schwäche? Ungeduld.
Was ärgert sie am meisten? Arroganz und Ignoranz.
Bei seiner Verabschiedung 2013 sagte er u.a. „Ich habe meine Arbeit nie nur als Job verstanden“ und zu unserer Stadt „Das ist meine Stadt, die ich über alles liebe“. Ergänzte dann aber sofort „Natürlich neben meiner lieben Frau Reinhild und fügte an, “ dass das ohne ihre Unterstützung die vergangenen 20 Jahre nicht so gut gelaufen wären“. Seine Liebeserklärung zu seiner Frau Reinhild kann ich ganz persönlich mehr als nachvollziehen. Ich könnte mein Amt auch nicht so ausüben, wenn ich nicht auch eine Partnerin an meiner Seite hätte, die mir den sogenannten Rücken freihält. Dieser Rückhalt war für dich lieber Günter eine Grundvoraussetzung für dein jahrelanges engagiertes Arbeiten für unsere Stadt und deshalb bedaure ich und sicherlich auch andere Bürger es umso mehr, dass dein Ruhestand zusammen mit deiner lieben Frau Reinhild seit einigen Monaten anders verläuft als ihr euch das vorgestellt habt.
Was hat Günter Rhein grundsätzlich für unsere Stadtentwicklung geleistet?
In seiner Amtszeit hat sich Waren (Müritz) zu einer lebenswerten Stadt entwickelt, die seit nunmehr 14 Jahren des Titel Heilbad trägt. Wenn andere vergleichbare Städte über Einwohnerrückgänge klagen, halten wir seit vielen Jahren unsere Einwohnerzahlen relativ konstant, weil wir seit vielen Jahren mehr Zu- als Wegzüge haben. Das hat in erster Linie etwas mit unserer Lebensqualität hier zu tun und das ist eben auch ein Verdienst von Günter Rhein. Wenn du lieber Günter nicht federführend die Voraussetzungen für die sogenannten harten Faktoren für eine hohe Lebensqualität in unserer Stadt geschaffen hättest, würden wir unsere Stadt heute nicht so erleben wie wir es dürfen.
Lieber Günther, du hast bei deinem Ausscheiden 2013 unter der Rubrik „Hätte ich gerne noch gemacht oder umgesetzt“ drei Vorhaben genannt. Das war zum einen die Neugestaltung des ehemaligen Geländes des „Müritzring“ in der Kietzanlage. Wie wir alle mittlerweile wissen können wir das Kapitel als erledigt ansehen, auch wenn der Bau des Müritzpalais auch nicht ganz geräuschlos verlief. Die anderen zwei Vorhaben die du damals 2013 genannt hast, sind immer noch nicht umgesetzt und werden es wohl auch nie werden. Das war zum einen die Wiederbebauung des Areals „La Pasionaria“ an der Feisneck im Nationalpark und zum anderen der mittlerweile legendäre Uferwanderweg vom Volksbad bis nach Ecktannen. Bei „La Pasionara“ kannst du es ganz objektiv betrachtet als nicht mehr umsetzbar ansehen. Dort erhält keine mehr eine Baugenehmigung und das ist auch gut so. Der Uferwanderweg in seiner Gänze ist auch nicht mehr umsetzbar, weil es relativ aktuelle Entwicklungen hierzu gibt die eine Umsetzung unmöglich machen.“




