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Fakten
und Zahlen aus der Geschichte der Stadt
- Die
Stadt Waren kann auf eine etwa 800-jährige Geschichte
zurückblicken. Eine Urkunde mit den verliehenen Stadtrechten
soll letztmalig 1666 vorgelgt worden sein. Sie wird den
Wirren der Kriege oder einem der verheerenden Stadtbrände
zum Opfer gefallen sein. In verkehrsgünstiger Lage
angelegt und von drei Seiten von Seen und Sumpf umgeben,
entstand die Stadt an einer viel benutzten Verbindung zwischen
den westlich und östlich der Müritz gelegenen
Landesteilen. Die Geographie bestimmte die Wahl des Ortes.
- Neben
der um die Georgenkirche und den alten Marktplatz entstandenen
städtischen Siedlung gab es ein Suburbium bei der Burg.
Beide Teile verschmolzen schon in der ersten Hälfte
des 14. Jahrhunderts zu einem einheitlichen Stadtgrundriss,
in dessen Mitte der Neue Markt die zentrale Stel-lung einnahm.
- Der
schnelle Aufstieg der neugegründeten Stadt wurde in
der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts gefördert.
Von 1347 bis 1426 war sie Residenz der Herren von Werle-Waren.
Mehrere Stadtbrände verhinderten danach das weitere
Wachsen der Siedlung. Besonders verheerend waren die Feuersbrünste
des 16. und 17. Jahrhunderts, die die Leiden des Dreißigjährigen
Krieges noch verschlimmerten.

- 1699,
nach dem letzten Stadtbrand, musste die Stadt praktisch
neu aufgebaut werden. Lediglich der Straßengrundriß,
die beiden Kirchen und Teile von Häusern am Alten Markt
erinnern heute noch an das mittelalterliche Aussehen. Waren
wurde eine mecklenburgische Ackerbürgerstadt wie es
mehrere gab. Das heutige Bild wird von Häusern aus
dem 18. und 19. Jahrhundert geprägt. Das Nebeneinander
von alt und neu, von Verfall und Neubau spiegelt die mühevolle
und nicht durch Reichtümer verwöhnte Lebensweise
ihrer Bewohner wieder. Hier und da überwog Zweckmäßigkeit
gegenüber der Schönheit. Entstanden ist das Bild
einer lebenden Stadt.
- Von
wirtschaftlicher Bedeutung war vor der Zeit der Industrialisierung
lediglich das Handwerk. Es war in Waren, wie in Mecklenburg
üblich, in sogenannten Ämtern organisiert. Im
15. Jahrhundert erkämpften sich die neun privilegierten
Ämter der Schuhmacher, Bäcker, Wollenweber, Knochenhauer
(so wurden die Schlachter genannt), Schröder (Schneider),
Krämer, Schmiede, Kürschner und Fischer auch in
Waren den Zutritt zum Rat. Ihr Mitspracherecht zeigte sich
bis ins 19. Jahrhundert unter anderem bei den Bürgermeisterwahlen.
- Ein
nachhaltiger Aufschwung vollzog sich erst im 19. Jahrhundert,
als die Stadt durch die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse
zu einem regionalen Zentrum des Müritzgebietes wurde.
Neben dem Ausbau von Schiffahrtswegen zu Elbe und Havel
in der ersten Hälfte war es der Chausseebau in der
Mitte und vor allem die Anlage wichtiger Eisenbahnverbindungen
zum Ende des 19. Jahrhunderts, die Waren zu einem bedeutenden
Verkehrsknoten in Mecklenburg machten. Neben dem Handwerk
entstanden erste kleinere Betriebe. Eine Dampfmaschine arbeitete
schon 1841 in der Öl- und Gipsmühle am Hafen.
Ein Dampfschiff verkehrte zwischen 1846 und 1857 auf der
Müritz. In der Amtszeit von Bürgermeister Wilhelm
Schlaaff hielt zwischen 1866 und 1899 die Moderne Einzug.
Bereits 1856 erfolgte der Anschluß an das Telegraphennetz,
1863 nahm das Gaswerk seinen Betrieb auf, 1898 baute man
als eine der ersten mecklenburgischen Binnenstädte
nach der Landeshauptstadt Schwerin ein Wasserwerk, seit
1899 gab es für Waren ein innerstädtisches Telefonnetz.
1866 stiftete Freiherr Hermann von Maltzan in Waren ein
naturhistorisches Museum für Mecklenburg, das Schulwesen
wurde nicht nur durch die Einrichtung eines Gymnasiums 1869
verbessert, im Jahre 1871 konnte das erste städtische
Krankenhaus eröffnet werden.
- Die
Industrialisierung trat schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts
in ihrer Bedeutung hinter den Fremdenverkehr zurück.
Mit Leitsprüchen wie "Waren an der Müritz
- das nordische Interlaken" oder "Wandern,
Baden, Wasserfahren - nirgends schöner als in Waren"
wurde in den 1920-er und 1930-er Jahren im ganzen Land geworben.
- Seit
1920 Kreisstadt wuchs Waren auch zum verwaltungsmäßigen
Mittelpunkt der Müritzregion. Die Ansiedlung von Rüstungsbetrieben
in den Jahren nach 1933 ging einher mit einem Anstieg der
Einwohnerzahl und dem Bau der Westsiedlung, zunehmend eingeschränkt
wurde der Fremdenverkehr.
- Nach
dem Ende des Zweiten Weltkriegs vergingen fast zehn Jahre,
ehe man sich an Waren als Urlaubs- und Kurort erinnerte.
1954 erhielt die Stadt den Titel eines Luftkurortes und
seit 1955 gab es eine Kurverwaltung. In der sozialistischen
Wirtschaftspolitik stand aber die Industrialisierung neben
dem "Hauptwirtschaftszweig Landwirtschaft" im
Vordergrund. Zeltplätze und große FDGB-Ferienheime
in der näheren Umgebung dienten dem Massentourismus.
- Erst
ab 1990 wurde die für den Fremdenverkehr erforderliche
Infrastruktur mit Hotels, Gaststätten und kulturellen
Einrichtungen zügig entwickelt. Heute ist die sanierte
historische Altstadt und eine zum Wandern und Erholen erschlossene
Landschaft die Basis für den Tourismus. Im Mai 1999
wurden die vielfältigen Anstrengungen mit der erneuten
Verleihung des Titels Luftkurort an Waren gewürdigt.
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